
Thomas Ruf
Fotografie und Informatik
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«Eine Fotografie zeigt
nie die Wahrheit»
Richard Avedon
Das Zitat des weltbekannten Fotografen Richard Avedon bringt es auf den Punkt: Wir sehen die Realität nicht nur anders als die Kamera, sondern lassen uns dabei auch noch ständig hinters Licht führen. Wer daran zweifelt, sollte unbedingt die Webseite Optische Täuschungen von Michael Bach besuchen!
Eine Kamera zeichnet unbestechlich einfach das einfallende Licht auf. Deshalb entspricht ein Bild „direkt aus der Kamera“ selten unserer Wahrnehmung. Erst mit den Mitteln der Bildbearbeitung lässt sich aus einer Aufnahme das Bild „entwickeln“, von dem wir glauben, es gesehen zu haben. Meiner Meinung nach gehen Fotografie und Bildbearbeitung eine untrennbare Symbiose ein: durch Bildbearbeitung allein entsteht aus einer schlechten Aufnahme kaum je ein gutes Bild; eine gute Aufnahme jedoch kann durch eine gezielte, massvolle Bildbearbeitung nur gewinnen.
Üblicherweise fotografiere ich im RAW-Format (Adobe DNG) und entwickle meine Aufnahmen mit Hilfe von Lightroom und Photoshop. In den folgenden Abschnitten finden Sie die wichtigsten Informationen über meinen Arbeitsprozess von der Aufnahme bis zum fertigen Bild.
Adobe Photoshop Lightroom ist für mich nicht nur die ideale Software für die Bildverwaltung, sondern auch die zentrale Plattform für die Entwicklung der fertigen Bilder. Mit Hilfe der Lightroom-Funktionen kann ich feinste Nuancen aus meinen Aufnahmen herausholen, Abbildungsfehler korrigieren, Bildrauschen entfernen und vieles mehr. Diese Eingriffe sind alle zerstörungsfrei und umkehrbar. In der Regel entwickle ich meine RAW-Aufnahmen nach folgender Vorgehensweise:
Falls ein Bild für eine weitergehende Photoshop-Bearbeitung vorbereitet werden soll, verzichte ich bewusst auf Korrekturen wie Schärfung, Klarheit, Kontrast und Sättigung und gehe zudem bei der Einstellung der Tiefen und Lichter nicht bis an die Grenzen. Das so vorbereitete Bild sieht zwar relativ flau aus, lässt mir aber in Photoshop einen wesentlich grösseren Bearbeitungsspielraum.
Ich schätze besonders das perfekte Zusammenspiel zwischen Lightroom und Photoshop. Mit einem Mausklick auf ein Bild in der Lightroom-Bibliothek kann ich dieses in Photoshop öffnen und dort bearbeiten. Nach der Rückkehr in Lightroom finde ich das bearbeitete Bild als Kopie des ursprünglichen Bildes in der Lightroom-Bibliothek.
Auch wenn sich mit Lightroom heute viele Fotos auch ohne Photoshop fertig entwickeln lassen: In folgende Fällen bleibt für mich Photoshop unverzichtbar:
Es würde den Rahmen sprengen, an dieser Stelle detailliert auf die Möglichkeiten von Photoshop einzugehen.
Obschon Bilder mit den entsprechenden Funktionen in Lightroom oder Photoshop problemlos geschärft werden können, bin ich nach wie vor ein begeisterter Anhänger von Sharpener Pro von Nik Software. Diese professionelle Software-Lösung für die Bildschärfung installiert sich nahtlos in Photoshop. Damit ist auch gesagt, dass sie immer dann zum Einsatz gelangt, wenn ich die Bilder in Photoshop fertig stelle.
Mit Sharpener Pro erziele ich wesentlich schneller hervorragende Schärfungsresultate. Mit dem einzigartigen Schärfungs-Softproof kann sogar die Schärfung für ein bestimmtes Druckverfahren optimiert und die Wirkung auf dem Bildschirm annähernd simuliert werden.
Lightroom bietet eine sehr gute Funktion für die Unterdrückung des Bildrauschens, das besonders bei Aufnahmen mit hohen ISO-Werten aufritt. Gleichwohl setze ich gelegentlich lieber das Photoshop-Plugin Noise Ninja der Firma PictureCode ein, das meines Erachtens exzellente Resultate liefert.