Thomas Ruf
Fotografie und Informatik

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«Das Equipment, welches wir gebrauchen
spielt nur eine kleine Rolle.
Vielmehr kommt es darauf an,
es zu beherrschen.»

Sam Abell

Die richtige Farbdarstellung

Die Farben des oben abgebildeten Fotos von der Basler Herbstmesse werden auf den meisten Bildschirmen alles andere als naturecht dargestellt – vermutlich auch auf Ihrem Gerät. Dies liegt daran, dass jeder Bildschirm seine eigene, produktspezifische "Farbdarstellung" hat.

 

Diesem Umstand wird oftmals zu wenig Beachtung geschenkt, obwohl die richtige Farbdarstellung auf dem Bildschirm für Fotografen entscheidend ist. Werden Bilder auf dem Bildschirm farblich falsch dargestellt, sind Fehlbeurteilungen und Fehlkorrekturen die Folge. Glücklicherweise braucht es gar nicht viel, um einen Bildschirm zu kalibrieren und die Voraussetzungen für eine korrekte Farbanzeige zu schaffen.

 

Foto Basler Herbstmesse (Langzeitaufnahme)

Foto: Thomas Ruf

  

Kalibrieren Sie Ihren Bildschirm!

Mit der sogenannten Kalibrierung wird einem Bildschirm, einem Videoprojektor oder Drucker die richtige Farbdarstellung "beigebracht". Zu diesem Zweck gibt es heute im Fachhandel verschiedene relativ preiswerte Geräte – beispielsweise von den Herstellern Datacolor oder Pantone.

 

Das Kalibrieren selbst ist relativ einfach und verläuft bei allen Geräten ähnlich: Nach Installation der mitgelieferten Geräte-Software und dem Anbringen eines speziellen Messgerätes am Bildschirm wird der eigentliche Kalibrierungsvorgang gestartet. Dieser nimmt nur wenige Minuten in Anspruch. Anschliessend gilt es nur noch, das ermittelte Profil für die korrekte Farbdarstellung abzuspeichern.

 

Meistens arbeite ich an einem Grossbildschirm von Eizo (Modell: CG241W) – ein Hardware-kalibrierbares Gerät speziell für Fotografen und Bildbearbeiter, das eine ausserordentlich hohe Farbverbindlichkeit garantiert. Die periodisch anfallende Kalibrierung ist sehr einfach und dauert nur wenige Minuten.

 

Entgegen weit verbreiteter Meinung lassen sich auch Bildschirme von qualitativ recht hochwertigen Notebooks kalibrieren. Eine konsequent frontale Blickrichtung vorausgesetzt ist so eine zumindest annähernd farbverbindliche Darstellung möglich. Persönlich habe ich damit durchwegs positive Erfahrungen gemacht: So habe ich etwa mein höherklassiges HP Notebook erfolgreich mit Spyder von Datacolor kalibriert. Die direkte Gegenüberstellung mit dem kalibrierten Grossbildschirm von Eizo ergab eine erstaunlich gute Übereinstimmung.

 

Weitergehende Informationen zum Thema Bildschirmkalibrierung finden Sie auf den Seiten von fotowissen.eu und filmscanner.info.

 

Foto Basler Herbstmesse (Langzeitaufnahme)

Foto: Thomas Ruf

  

Im Zweifelsfall ins Speziallabor

Auch die beste Bildschirmkalibrierung löst leider nicht alle Probleme. Senden Sie Ihre professionell aufbereiteten Fotos am einen „Standfard“-Fotoservice, sind negative Überraschungen vorprogrammiert: Meistens werden dort automatische Korrektur-Programme eingesetzt, welche nicht bearbeitete Fotos zwar oft verbessern, bereits professionell optimierten Fotos aber oft den Todesstoss versetzen.

 

Wenn Sie Wert auf qualitativ hochstehende, farbechte Foto-Vergrösserungen legen, kommen Sie in den meisten Fällen nicht darum herum, ein Speziallabor aufzusuchen, das die Regeln des Farbmanagements beherrscht und zumindest ein AdobeRGB-Farbprofil von einem sRG-Farbprofil unterscheiden kann.

 

Foto Basler Herbstmesse

Foto: Thomas Ruf